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	<title> Fracci&#243;n Trotskista Cuarta Internacional </title>
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		<title>LL-Demo 2013: Zwei Demos, viele Diskussionen</title>
		<link>https://estrategiainternacional.org/LL-Demo-2013-Zwei-Demos-viele-Diskussionen</link>
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		<dc:date>2013-01-17T14:51:33Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator> RIO | Revolution&#228;ren Internationalistischen Organisation, Deutschland , Markus Oliver</dc:creator>


		<dc:subject>Europa</dc:subject>
		<dc:subject>Historia</dc:subject>
		<dc:subject>Pol&#237;tica</dc:subject>
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		<description>&lt;p&gt;Bis zu 10.000 Menschen haben am Sonntag in Berlin an der traditionellen LL-Demonstration zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht teilgenommen. Die Demo startete um 10:00 Uhr am Frankfurter Tor und marschierte &#252;ber die Frankfurter Alle zum Friedhof Friedrichsfelde.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="https://estrategiainternacional.org/Articulos-en-aleman" rel="directory"&gt;Art&#237;culos en alem&#225;n&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://estrategiainternacional.org/Alemania" rel="tag"&gt;Alemania&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;span class='spip_document_3312 spip_documents'&gt;
&lt;img src='https://estrategiainternacional.org/local/cache-vignettes/L500xH334/LLL2013-2-3b8da.jpg?1701081388' width='500' height='334' alt=&#034;&#034; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;von Markus Oliver&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis zu 10.000 Menschen haben am Sonntag in Berlin an der traditionellen LL-Demonstration zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht teilgenommen. Die Demo startete um 10:00 Uhr am Frankfurter Tor und marschierte &#252;ber die Frankfurter Alle zum Friedhof Friedrichsfelde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht waren f&#252;hrende Revolution&#228;rInnen der kommunistischen Bewegung in Deutschland. Sie brachen mit der SPD, nachdem diese 1914 den ersten Weltkrieg erm&#246;glicht hatte. Die Oktoberrevolution 1917 wurde von Liebknecht und Luxemburg begr&#252;&#223;t, als bedeutendste Errungenschaft der revolution&#228;ren ArbeiterInnenbewegung anerkannt und mit solidarischer Kritik begleitet. 1918 gr&#252;ndeten sie die Kommunistische Partei Deutschlands. Am 15. Januar 1919 wurden sie von faschistischen Freikorps ermordet. Solche Freikorps organisierte die SPD damals &#252;berall in Deutschland, um die sozialistische Revolution niederzuschlagen. Die SPD deckte die M&#246;rder von Luxemburg und Liebknecht sp&#228;ter vor Gericht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die LL-Demonstration findet seit 1919 j&#228;hrlich statt. W&#228;hrend der Existenz der DDR wurde sie von der herrschenden stalinistischen B&#252;rokratie politisch vereinnahmt. Heute ist sie ein j&#228;hrliches Aufeinandertreffen der verschiedensten Gruppen der Linken, vor allem der radikalen Linken in Deutschland. Streitthema ist immer wieder die relative optische Vereinnahmung der Demonstration durch stalinistische Gruppierungen und ihre Plakatbilder von Stalin und Mao. Im Vorfeld der diesj&#228;hrigen LL-Demonstration wurde diese Debatte besonders stark gef&#252;hrt, da das &#8222;Rosa&amp;Karl-B&#252;ndnis&#8220; bestehend aus sozialdemokratischen, antideutschen und sich offen als zionistisch bezeichnenden Organisationen, eine alternative Demonstration organisierte, die maximal 500 TeilnehmerInnen mobilisieren konnte. (B&#252;ndnis gegen B&#252;ndnis in Neuk&#246;lln)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab aber auch auf der deutlich gr&#246;&#223;eren traditionellen Demonstration besondere Formen der politische Auseinandersetzung mit den stalinistischen Gruppierungen: RIO, die Revolution&#228;re Internationalistische Organisation, rief zu einem Gedenkblock f&#252;r die vom Stalinismus ermordeten Bolschewiki-LeninistInnen, wie Leo Trotzki, auf. Zus&#228;tzlich wurden Flugschriften verteilt, die den Block erkl&#228;rten und Kurzbiographien einiger Revolution&#228;rInnen, die als VerteidigerInnen des Marxismus sowohl von Reformismus, Stalinismus als auch von kapitalistischer Reaktion verfolgt und ermordet wurden (Im Gedenken an die ermordeten Bolschewiki-LeninistInnen). Ziel des Blocks war das Aufzeigen einer revolution&#228;r-marxistischen Alternative zu Reformismus und Stalinismus.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
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		<title>Die Regierung in der Krise&#8230;</title>
		<link>https://estrategiainternacional.org/Die-Regierung-in-der-Krise</link>
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		<dc:date>2012-09-30T00:49:00Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator> RIO | Revolution&#228;ren Internationalistischen Organisation, Deutschland , Markus Oliver</dc:creator>


		<dc:subject>Europa</dc:subject>
		<dc:subject>Crisis capitalista mundial</dc:subject>
		<dc:subject>Alemania</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;&#8230; und die &#8222;Opposition&#8220; in ihren Fu&#223;stapfen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die politische Situation in Deutschland ist vor allem durch die Krise in der Eurozone gepr&#228;gt. Nicht zuletzt mit der Versch&#228;rfung dieser Krise im Spanischen Staat verst&#228;rken sich die politischen Widerspr&#252;che der deutschen Politik.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="https://estrategiainternacional.org/Articulos-en-aleman" rel="directory"&gt;Art&#237;culos en alem&#225;n&lt;/a&gt;

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		</description>


 <content:encoded>&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;span class='spip_document_3124 spip_documents'&gt;
&lt;img src='https://estrategiainternacional.org/local/cache-vignettes/L500xH177/3-bild_-83252_960x340-b060d.jpg?1701081389' width='500' height='177' alt=&#034;&#034; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Von Markus Oliver&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8230; und die &#8222;Opposition&#8220; in ihren Fu&#223;stapfen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die politische Situation in Deutschland ist vor allem durch die Krise in der Eurozone gepr&#228;gt. Nicht zuletzt mit der Versch&#228;rfung dieser Krise im Spanischen Staat verst&#228;rken sich die politischen Widerspr&#252;che der deutschen Politik. Die deutsche Au&#223;enpolitik steht in Wechselwirkung mit der politischen Lage im Inland. Dort drohen der Regierung versch&#228;rfte innere Widerspr&#252;che und der eigene Gesichtsverlust. Die &#8222;Opposition&#8220; steht ein weiteres Mal bereit, ihre historische Rolle als Retter des kapitalistischen Systems einzunehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Innerimperialistische Konflikte auf dem EU-Gipfel&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um die Situation der deutschen Regierung zu verstehen, m&#252;ssen wir bei der EU-Krisenpolitik beginnen. Der EU-Gipfel Ende Juni war Austragungsort sich versch&#228;rfender Widerspr&#252;che zwischen den imperialistischen M&#228;chten der EU. Dies zeigte sich darin, dass der Block der Minister- und Staatspr&#228;sidenten Monti (Italien), Rajoy (Spanischer Staat) und Hollande (Frankreich) das bisherige Dogma der deutschen Krisenpolitik brechen konnte: die Ablehnung direkter Rekapitalisierungen von Banken. Seitdem d&#252;rfen Banken unter bestimmten Umst&#228;nden Hilfsgelder aus den EU-T&#246;pfen beantragen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser &#246;konomische Taschenspielertrick gegen&#252;ber herrschendem EU-Recht konnte die Krise zwar nicht stoppen, sondern nur kurzfristig aufschieben[1]. Seine machtpolitische Wirkung wird dadurch jedoch nicht geschm&#228;lert: Der Anti-Merkel-&#8222;Block&#8220; der &#8222;Mittelmeerstaaten&#8220; inklusive Frankreich setzte sich medienwirksam gegen das deutsche &#8222;Nein&#8220; durch &#8211; nach Montis Aussage sogar mit Unterst&#252;tzung der USA. Diese befinden sich schon l&#228;nger im Widerspruch zur deutschen Krisenpolitik. Zwischen Wahlkampf und krisenhafter Exportindustrie verlangt Obama nach einer inflation&#228;ren Krisenl&#246;sung anstelle der bisherigen Austerit&#228;tspolitik, um den Euro gegen&#252;ber dem Dollar zu schw&#228;chen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Signale des Widerstandes gegen Merkel sind jedoch nicht eindeutig. Die Vorherrschaft des deutschen Imperialismus in der EU wird noch nicht offen angegriffen. Zus&#228;tzlich zementierte der letzte EU-Gipfel den Einfluss des deutschen Imperialismus&#8216; auf die europ&#228;ischen Finanzinstitutionen: Er beschritt Wege zu einer h&#246;heren Kontrolle des europ&#228;ischen Bankensektors, die den Einfluss Deutschlands auf die Banken anderer EU-Staaten vergr&#246;&#223;ern wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch ist die initiale Bildung eines &#8222;Mittelmeerblocks&#8220; gegen die deutsche Regierung ein Anzeichen kommender, gr&#246;&#223;erer innereurop&#228;ischer Konflikte &#8211; wenn auch das momentane Zusammenr&#252;cken bisher nicht mehr als die Furcht vor den deutschen Spardiktaten ausdr&#252;ckt. Zwar &#228;ndert die deutsche Regierung ihren Kurs zumindest gegen&#252;ber Italien und Spanien weg von knallharten Spardiktaten hin zu einer Politik des Entgegenkommens. Trotzdem d&#252;rften sich die herrschenden Klassen der Mittelmeerstaaten unter der F&#252;hrung von Frankreich seit dem EU-Gipfel zu mehr eigenst&#228;ndiger Politik ermutigt f&#252;hlen. Dies sind erste Bruchlinien, die eine m&#246;gliche Konstellation nach einem Kollaps der EU aufzeigen k&#246;nnten: eine &#8222;Mittelmeer-Union&#8220; unter F&#252;hrung Frankreichs gegen einen nord- und osteurop&#228;ischen Block unter der F&#252;hrung Deutschlands.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Uneinigkeit in der herrschenden Klasse&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es zeigen sich also Tendenzen, dass der merkelsche Kurs in Europa unter immer mehr Beschuss von au&#223;en kommt. So etwas schl&#228;gt sich nat&#252;rlich auch in der politischen Lage des Inlands nieder. Dort nimmt die Uneinigkeit &#252;ber die deutsche Krisenf&#252;hrung zu. Darauf weisen verschiedenste Debatten der letzten Monate hin: Briefe verschiedener Fraktionen von WirtschaftswissenschaftlerInnen, Volksentscheid-Debatte zum Fiskalpakt, CSU-/FDP-Debatte zum Rauswurf Griechenlands aus dem Euro usw. usf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Grunde scheint es in der herrschenden Klasse und ihren Parteien zwei Fraktionen zu geben. Zum Einen gibt es einen &#8222;harten Kern&#8220;, der um jeden Preis die Sparpolitik aufrechterhalten will. Zumindest gegen&#252;ber Griechenland und teilweise aus populistischen Gr&#252;nden des W&#228;hlerInnenfangs. Politischer Ausdruck dieser Fraktion sind FDP und CSU, die k&#252;rzlich durch besonders extremen Chauvinismus gegen&#252;ber Griechenland von sich reden machten. Innerhalb der FDP wirkt sich diese Haltung auf den Machtkampf zwischen R&#246;sler und Westerwelle aus. Ziel dieser radikalen Sparpolitik war urspr&#252;nglich die Umstrukturierung des s&#252;deurop&#228;ischen Arbeitsmarktes: so auch die neuen Ger&#252;chte &#252;ber eine &#8222;Sonderwirtschaftszone Griechenland&#8220;. Sie sollte die Produktivit&#228;t deutscher Unternehmen im Ausland st&#228;rken. Gleichzeitig sollten politische Fakten geschaffen werden, um zuk&#252;nftige Spardiktate im deutschen Inland vorzubereiten. Vor allem aber sollten die Spardiktate die s&#252;deurop&#228;ischen Wirtschaften so umgestalten, dass sie aufnahmef&#228;hig f&#252;r deutsche Exporte bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch genau dieses Ziel scheint durch die Erfahrungen mit dieser bisherigen Krisenpolitik bedroht. Aus der Angst vor dem wirtschaftlichen Kollaps n&#228;hrt sich ein anderer Sektor. Dieser Sektor sieht in der harten Sparpolitik und der Ablehnung einer gemeinsamen Schuldenpolitik in der EU (Eurobonds, Banklizenzen f&#252;r ESM, Staatsanleihenkauf durch EZB etc.) keine positive Zukunft. Hier finden sich entsprechend die Teile der deutschen Exportindustrie, wie Auto- und Maschinenproduktion. Diese industriellen Sektoren wollen die Sparpolitik zwar nicht abbrechen, jedoch abschw&#228;chen und durch Ma&#223;nahmen der Wachstumsf&#246;rderung erweitern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So eine Kurs&#228;nderung stellt die Regierung vor das Problem des Gesichtsverlusts, denn der bisherige Krisenkurs wurde stets als alternativlos propagiert. Vor allem die Debatte um den Fiskalpakt zeigt die Sch&#228;rfe dieser Situation. Der Fiskalpakt sollte die deutschen Spardiktate vertiefen. Der Widerstand gegen ihn versch&#228;rfte sich jedoch von innen und von au&#223;en so weit, dass es inzwischen zu einer Erweiterung des Fiskalpakts um wachstumsverst&#228;rkende Ma&#223;nahmen kam &#8211; eine &#196;nderung, die die deutsche Regierung monatelang abgelehnt hatte. Um den drohenden Gesichtsverlust zu vermeiden, wurde eine Debatte um eine Volksabstimmung &#252;ber den Fiskalpakt aufgenommen. Im skurrilen Einklang mit der Linkspartei forderten Teile der CDU und CSU einen Volksentscheid.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So ein Volksentscheid soll der lohnabh&#228;ngigen Klasse in Deutschland jedoch keinen Raum zur wirklichen Abstimmung &#252;ber den Fiskalpakt bieten. Er soll ausschlie&#223;lich eine sichere Legitimation der Politik von Merkel darstellen. In seiner konkreten Form stellt er eine Erpressung der Massen dar. Er w&#228;re eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Ein anderes Beispiel ist der Vorschlag einer Volksabstimmung &#252;ber das griechische Memorandum Ende letzten Jahres. Es muss festgestellt werden, dass Volksentscheide in der b&#252;rgerlichen Demokratie im Allgemeinen nur Instrumente des &#8222;Dampfablassens&#8220; darstellen und das Regime stabilisieren und legitimieren sollen. Dass eine Volksabstimmung von Teilen der herrschenden Klasse in Betracht gezogen wird, ist Ausdruck einer sich vertiefenden Krise des Regimes im Allgemeinen. Von der internationalen Situation mit ausgel&#246;st, wirkt sie auch darauf zur&#252;ck. Sie verst&#228;rkt die zunehmenden Schwierigkeiten der Merkel-Regierung, ihren unilateralen Kurs den europ&#228;ischen KonkurrentInnen/&#8222;PartnerInnen&#8220; aufzuzwingen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diese Situation f&#252;gt sich auch die sich versch&#228;rfende wirtschaftliche Krise in Deutschland selbst ein. Die deutsche Autoindustrie bekommt immer st&#228;rkere Absatzschwierigkeiten (siehe Kasten), Massenentlassungen wie bei Schlecker werden immer h&#228;ufiger, und der Gesch&#228;ftsklima-Index, der die Investitionsabsichten der Unternehmen abbildet, befindet sich auf einem rapiden Weg nach unten. Dabei begr&#252;nden die KapitalistInnen ihre Entscheidungen, indem sie auf die schwierige Gesch&#228;ftslage, auf die gemachten Verluste &#8211; wie bei Opel und Schlecker &#8211;, auf die Notwendigkeit der Rationalisierung der Arbeitsprozesse verweisen, und k&#252;rzen in der Folge l&#246;hne, wie es in manchen Sparten der Autoindustrie mit der Wiedereinf&#252;hrung der Kurzarbeit, jener verdeckten Form der Teilarbeitslosigkeit, bereits geschieht. Aber: &#8222;die Arbeiter k&#246;nnen und wollen ihren Lebensstandard nicht den Erfordernissen einzelner Kapitalisten anpassen, die ihrem eigenen System zum Opfer gefallen sind. Die Aufgabe besteht darin, das ganze Produktions- und Verteilungssystem auf rationelleren und w&#252;rdigeren Grundlagen zu reorganisieren. Wie die Aufhebung des Gesch&#228;ftsgeheimnisses die notwendige Bedingung der Arbeiterkontrolle ist, so ist diese Kontrolle der erste Schritt auf dem Wege zu sozialistischen Lenkung der Wirtschaft.&#8220;[2]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zur parlamentarischen &#8222;Opposition&#8220;: Der angebliche Linksschwenk der SPD&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In dieser krisenhaften Lage kommt der Opposition gro&#223;es Gewicht zu. Die SPD reagierte darauf augenscheinlich mit einem rhetorischen Linksschwenk. In der Debatte um die Steueraff&#228;ren mit der Schweiz gibt sie den regulierenden Vorschl&#228;gen der Regierung eine Abfuhr, weil diese nicht hart genug gegen &#8222;Steuers&#252;nder&#8220; durchgreifen w&#252;rden. Im Inland redet sie in T&#246;nen eines &#8222;sozialen Patriotismus&#8220; von Verm&#246;genssteuern. Auf internationaler Ebene gibt sie dem Ausdruck, indem sie in Frankreich den sozialdemokratischen Hollande auch gegen den Merkel-Verb&#252;ndeten Sarkozy unterst&#252;tzte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dagegen ist festzustellen, dass sich bei der SPD eine Kontinuit&#228;t der Unterst&#252;tzung von den ersten Bankenrettungen 2009 bis hin zur Frontstellung f&#252;r den Fiskalpakt zeigt. Die Inhalte hinter ihrem aktuellen rhetorischen Linksschwenk sind nur Angebote von alternativen Strategien an die herrschende Klasse Deutschlands. Ihre vermeintlich harte Stellung gegen &#8222;Steuers&#252;nder&#8220; in der Schweiz ist in Wahrheit ein Angebot an die herrschende Klasse, kleinere Opfer zu bringen, um von den gr&#246;&#223;eren &#204;bel des Kapitalismus abzulenken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obendrein sch&#252;rt die SPD damit die Illusion eines angeblichen Sozialstaats. Wenn dieser um Steuern betrogen w&#252;rde, w&#252;rden mit ihm alle B&#252;rgerInnen betrogen. Doch die lohnabh&#228;ngigen unter diesen B&#252;rgerInnen sehen sp&#228;testens seit 2009, wohin die Steuergelder wirklich gesteckt werden: Bankenrettungen und Kriegsfortf&#252;hrungen hatten wir mit diversen sozialen Einschnitten zu bezahlen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Besonders anzugreifen ist ihre Parole des &#8222;sozialen Patriotismus&#8220;. Sie ist nichts anderes als die Kehrseite der ArbeiterInnen-feindlichen &#8222;Standortlogik&#8220;. Mit der Verm&#246;genssteuer bietet die SPD der herrschenden Klasse eine hinterlistige Taktik, um eine angebliche nationale Schicksalsgemeinschaft vorzuheucheln. Die KapitalistInnen sollen heute ein paar Euro Almosen von dem Mehrwert zur&#252;ck geben, den sie uns t&#228;glich an den Arbeitspl&#228;tzen stehlen. Diese Almosen sollen dann im Gegenzug in den Tarifverhandlungen und Schuldenbremsen von Morgen als Begr&#252;ndung daf&#252;r dienen, dass die lohnabh&#228;ngige Bev&#246;lkerung ein weiteres mal &#8222;ihren Teil&#8220; zur nationalen Wettbewerbsf&#228;higkeit beitragen soll. Nebenbei dient dieser Patriotismus nat&#252;rlich auch zur nationalen und internationalen Spaltung der lohnabh&#228;ngigen Klasse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die SPD nutzt die Regierungskrise also, um sich der herrschenden Klasse als ausf&#252;hrende Kraft einer systemerhaltenden Alternativ-Strategie anzubieten, wie es denn auch sie selbst war, die die schlimmsten Angriffe der Nachkriegszeit auf die ArbeiterInnenklasse in Deutschland durchgesetzt hat. Um bei diesem Fazit noch einmal auf die gesamteurop&#228;ische Lage zur&#252;ckzukommen: Hier k&#246;nnte die SPD mit den Interessen der Sektoren des deutschen Kapitals &#252;berein gehen, die die oben beschriebene Abschw&#228;chung der Sparpolitik und die Linie der &#8222;wachstumssteigernden Ma&#223;nahmen&#8220; vertreten. Die SPD versucht, zum Sprachrohr dieser alternativen Form der politischen Reaktion zu werden. Machtpolitisch w&#252;rde diese die Tendenzen einer deutschen Politik des Entgegenkommens gegen&#252;ber dem Spanischen Staat und zu einer politischen Ann&#228;herung an den sich abzeichnenden Block der Mittelmeer-Staaten zum Ausdruck bringen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Linkspartei bereitet sich auf Regierungsbeteiligungen vor&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Linkspartei bereitet sich w&#228;hrend dessen darauf vor, zuk&#252;nftig solch eine Rolle der Scheinopposition einnehmen zu k&#246;nnen. Die Wahl der neuen Doppelspitze Kipping/Riexinger ging aus der Krise der Linkspartei hervor. Str&#246;mungen wie Marx21 und die SAV dichteten besonders Riexinger die Perspektive eines Linksrucks an. Der erfahrene Gewerkschaftsfunktion&#228;r w&#252;rde die M&#246;glichkeiten einer au&#223;erparlamentarischen und bewegungsorientierten Zukunft der Linkspartei st&#228;rken. Doch bewegungsorientiert allein ist noch nicht fortschrittlich. Die &#8222;Bewegungsorientierung&#8220; solcher Gewerkschaftsb&#252;rokratInnen entlarvt sich aktuell in den l&#228;ndern S&#252;deuropas als direkte Ausbremsung der K&#228;mpfe der ArbeiterInnenklasse. Die Verbindung von parlamentarischer und au&#223;erparlamentarischer Arbeit bedeutet in den H&#228;nden von Gewerkschaftsfunktion&#228;rInnen weniger parlamentarischen R&#252;ckenwind f&#252;r die au&#223;erparlamentarischen K&#228;mpfe, als viel mehr die blo&#223; ausbremsende Instrumentalisierung letzterer f&#252;r die perspektivlosen Man&#246;ver eines &#8222;linken Parlamentarismus&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dementsprechend erkl&#228;rt die neue Doppelspitze in einem Diskussionspapier, wie genau sie die Krise der Linkspartei beenden will: Sie erkl&#228;rt ihre Bereitschaft zur Regierungsbeteiligung auf Bundesebene. Damit sch&#252;rt sie falsche Illusionen in den b&#252;rgerlichen Staatsapparat. In diesem k&#246;nnen PolitikerInnen h&#246;chstens zu VerwalterInnen des kapitalistischen &#204;bels werden. Anstatt der marxistischen Theorie kann die Linkspartei hier auch auf ihre eigene Geschichte zur&#252;ck greifen: Im Berliner Senat trug sie jahrelang zu Polizeiterror, Gentrifizierung, allgemeiner Teuerung und der Streichung &#246;ffentlicher Einrichtungen bei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In reformistischer Konsequenz sch&#252;rt sie obendrein Illusionen in die Europ&#228;ische Union. Nach eigener Aussage in dem Diskussionspapier ist die Linkspartei &#8222;selbstbewusst genug zu behaupten, dass die Politik Merkels, die von SPD und Gr&#252;nen mitgetragen wird, die Krise in Europa versch&#228;rft und den Zusammenhalt des Euros und der EU gef&#228;hrdet&#8220;[3]. Die Linkspartei will also das imperialistische Konstrukt der europ&#228;ischen Union retten. Auf diese Weise will sie ein Europa, &#8222;in dem sich die l&#228;nder nicht gegenseitig ausbooten lassen.&#8220; Immerhin eine klare Ansage an die herrschende Klasse: Denkt mal daran, wof&#252;r die EU eigentlich gedacht war. Anstatt Euch gegenseitig auszubooten solltet ihr lieber gemeinsam daran arbeiten, alle anderen l&#228;nder au&#223;erhalb der EU ausbooten zu k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit dieser b&#252;rgerlichen Perspektive dient sich die Linkspartei der herrschenden Klasse als Verwalterin ihrer Interessen an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Gewerkschaftsmodell ger&#228;t zunehmend in die Krise&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit das mit der Regierungsbeteiligung auch wirklich funktioniert, ist in dem Diskussionspapier der Linkspartei nichts von proletarischen Kampfma&#223;nahmen wie Streiks und Besetzungen zu lesen. Das ist nicht ganz ungeschickt, drohen proletarische Kampfma&#223;nahmen doch f&#252;r einen anderen Sektor der Opposition zunehmend nach hinten los zu gehen: Die B&#252;rokratInnen an den Spitzen von IG Metall und ver.di hatten in den j&#252;ngsten Tarifverhandlungen jeweils im Metall- bzw. im &#246;ffentlichen Sektor heftig mobilisiert und sich selbst mit gewaltigen Streikbeteiligungen &#252;berrascht. Hunderttausende ArbeiterInnen waren f&#252;r h&#246;here l&#246;hne auf die Stra&#223;e gegangen, sodass es kritischer wurde, dann doch wieder traditionsgem&#228;&#223; faule Kompromisse zu unterschreiben. Wobei sich zeigte, dass die IG Metall-B&#252;rokratie in dieser Situation deutlich stabiler ist, als die ver.di-B&#252;rokratInnen. Es wird zunehmend offensichtlich, dass die sporadischen Massenmobilisierungen seitens der staatstragenden, reformistischen B&#252;rokratie ausschlie&#223;lich zum Dampfablass bei der lohnabh&#228;ngigen Klasse benutzt werden &#8211; weshalb es umso mehr unsere Aufgabe als Revolution&#228;rInnen sein muss, eine antib&#252;rokratische Perspektive in diese Mobilisierungen hineinzutragen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Krise des traditionellen Gewerkschaftsmodells, welches gerade deswegen anachronistisch wird, weil es in der Krise wenig zu verteilen gibt, &#228;u&#223;ert sich bereits seit l&#228;ngerem in der Gr&#252;ndung oder Erstarkung neuer, kleiner und k&#228;mpferischer Gewerkschaften, wie GDF und UFO. Eigentlich stellen gewerkschaftliche Spaltungen eine Schw&#228;chung der ArbeiterInnenklasse da. Doch in der heute konkreten Situation k&#246;nnen sie auch entgegengesetzt wirken: Ihre Kampfbereitschaft macht gro&#223; von sich reden und stellt zunehmend die verr&#228;terische B&#252;rokratInnen-Rhetorik von &#8222;Sozialpartnerschaft&#8220; bis &#8222;Alternativlosigkeit&#8220; in Frage. So forderten viele der streikenden FlugbegleiterInnen bei Lufthansa ein Verbot von Leiharbeit, was die Losung der IG Metall-B&#252;rokratInnen nach &#8222;fairer Leiharbeit&#8220; in Frage stellt. Die Gegenkandidatur einer &#8222;alternativen&#8220; IG Metall-Liste bei Siemens gegen den IG Metall-&#8222;Chef&#8220; Berthold Huber ist ein weiterer Ausdruck der Konflikte im Gewerkschaftsapparat, die Revolution&#228;rInnen ausnutzen sollten, um gleichzeitig eine Kampagne f&#252;r die Demokratisierung der Gewerkschaften zu starten, damit sie zu wahren Kampforganen im Interesse der Lohnabh&#228;ngigen und nicht der B&#252;rokratInnen werden. Denn die ArbeiterInnen ben&#246;tigen mehr denn je Massenorganisationen f&#252;r die Durchsetzung ihrer Forderungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;F&#252;r eine revolution&#228;re Perspektive in Deutschland und international!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Rolle reformistischer Apparate in Zeiten einer Regierungskrise besteht im Systemerhalt. Sie agieren im Sinne einer &#8222;Dampf ablassen&#8220;-Logik, die die sich anbahnende Steigerung der Konfliktivit&#228;t im Keim ersticken soll, wozu auch das &#8222;umFAIRteilen&#8220;-B&#252;ndnis gez&#228;hlt werden muss. Dieses reduziert jegliche Krisenpolitik auf die Forderung einer Verm&#246;genssteuer und einer einmaligen Verm&#246;gensabgabe. Seine Existenzberechtigung sieht dieses B&#252;ndnis darin, dass wir in einer Situation w&#228;ren, die &#8222;den gesellschaftlichen Frieden ernsthaft gef&#228;hrdet.&#8220;[4] Direkter kann ein B&#252;ndnis, das sich seiner gesellschaftlichen Rolle nicht bewusst ist, diese Rolle nicht ausformulieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn der &#8222;gesellschaftliche Frieden&#8220; tats&#228;chlich gef&#228;hrdet ist, sagen wir stattdessen: Wurde auch Zeit!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der gesellschaftliche Friede ist im Kapitalismus nur der Friede der herrschenden Klasse. F&#252;r die lohnabh&#228;ngige Bev&#246;lkerung und die anderen unterdr&#252;ckten Klassen besteht er in Prekarisierung, Arbeitslosigkeit, Spardiktaten, Polizeigewalt und Krieg. Es wird h&#246;chste Zeit, diesen Scheinfrieden zu brechen. Keine Sozialpartnerschaft auf Kosten der eigenen und internationalen ArbeiterInnenklasse, sondern klassenk&#228;mpferische Politik auf Kosten der eigenen und internationalen Bourgeoisie!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daf&#252;r gilt es heute nicht, die EU zu retten, sondern sie als imperialistisches Projekt zu brandmarken und zu bek&#228;mpfen. Wenn sie zerbricht, dann an den kapitalistischen Widerspr&#252;chen, aus denen sie einst hervorging: den nationalistischen Konkurrenzverh&#228;ltnissen dieser Wirtschaftsordnung. Die herrschende Klasse in Deutschland ist momentan die Hauptakteurin der Krise, daher gilt es f&#252;r die lohnabh&#228;ngige Bev&#246;lkerung in ihrem eigenen Interesse sowie im Interesse ihrer KollegInnen in anderen l&#228;ndern, den Imperialismus im eigenen Land zu bek&#228;mpfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie dieser Kampf ausgetragen werden kann, darauf gaben die FlugbegleiterInnen der Lufthansa einen ersten Hinweis. Ihr Streik st&#252;rzte den gesamten Luftverkehr in Europa ins Chaos, und r&#252;ckte die Abschaffung von Leiharbeit bei der Lufthansa ein St&#252;ck n&#228;her. Wie die herrschende Klasse, so hat auch die lohnabh&#228;ngige Klasse in Deutschland das Potential, eine zentrale Stellung f&#252;r die politischen Bewegungen in Europa einzunehmen. Solche Streiks m&#252;ssen vorangetrieben und zu K&#228;mpfen gegen die Regierung und gegen die Gewerkschaftsb&#252;rokratie erweitert werden, auch um den ArbeiterInnen und lohnabh&#228;ngigen Jugendlichen in den s&#252;deurop&#228;ischen l&#228;ndern zu zeigen, dass sie in ihrem Kampf gegen Merkel, Thyssen und Siemens nicht alleine stehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An die Stelle der ungenauen Sonntagsreden &#252;ber Mitbestimmung von der Linkspartei setzen wir die sowjetische Strategie: Von Demos &#252;ber Streiks bis hin zu Betriebsbesetzungen m&#252;ssen Erfahrungen der ArbeiterInnen-Selbstverwaltung vorangetrieben werden. In ihren t&#228;glichen K&#228;mpfen muss die lohnabh&#228;ngige Bev&#246;lkerung neues Vertrauen in ihre eigene Kraft gewinnen. Sie ben&#246;tigt bei Demos und Streiks zum Beispiel keine Bullen, um &#8222;besch&#252;tzt&#8220; zu werden. Besonders mit dem Blick auf die enorme Polizeigewalt gegen ArbeiterInnen im Spanischen Staat und in Griechenland m&#252;ssen Strukturen der ArbeiterInnenselbstverteidigung gegen die Polizei bei Demos und Streiks aufgebaut werden. Strukturen der ArbeiterInnen-Selbstverwaltung werden in Arbeitsk&#228;mpfen bald in Konflikt mit der Gewerkschaftsb&#252;rokratie geraten. Gut so! Die Gewerkschaften zur&#252;ck zu erobern, ist eine der zentralen Aufgaben der lohnabh&#228;ngigen Bev&#246;lkerung, wenn wir die Krise des Kapitals nicht selbst bezahlen wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um solche Praxis zu verwirklichen, ben&#246;tigt es einer revolution&#228;ren Partei der lohnabh&#228;ngigen Klasse mit einer revolution&#228;ren Strategie. Diese Strategie muss die &#204;berwindung des Kapitalismus durch die Machteroberung der lohnabh&#228;ngigen Klasse zum Ziel haben. Daf&#252;r d&#252;rfen keine Illusionen in den Parlamentarismus und den b&#252;rgerlichen Staat gesch&#252;rt werden. Das Parlament kann konkreten Taktiken der revolution&#228;ren Partei n&#252;tzlich sein, doch im Endeffekt stehen die Strukturen des b&#252;rgerlichen Staates der selbstbestimmenden Demokratie der heute lohnabh&#228;ngigen Bev&#246;lkerung direkt entgegen. An die Stelle des heutigen Staatsapparates muss ein R&#228;testaat gestellt werden. Diese R&#228;te (auf Russisch: &#8222;Sowjets&#8220;) m&#252;ssen als Organe der ArbeiterInnenselbstverwaltung im aktiven Klassenkampf entstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zentral daf&#252;r ist die Methode des &#204;bergangsprogramms. &#204;bergangsforderungen sind so ausgestaltet, dass sie am heutigen Bewusstsein der lohnabh&#228;ngigen Klasse ankn&#252;pfen und es zur Einsicht in die Notwendigkeit der sozialistischen Revolution weiterentwickeln. Dazu m&#252;ssen diese Forderungen an heutigen Bed&#252;rfnissen ansetzen und nachvollziehbare l&#246;sungen bieten, die jedoch &#252;ber die M&#246;glichkeiten der kapitalistischen Gesellschaftsordnung hinausgehen. Die herrschende Klasse bereitet sich heute vor, den zweiten Einschlag der Wirtschaftskrise in der deutschen Industrie, erneut durch Teilzeit- und Kurzarbeit abzufedern &#8211; so aktuell bei Opel. Dagegen m&#252;ssen wir die Forderung nach der gleitenden Skala der Arbeitszeiten aufstellen: Anstelle von Ausgliederungen in Teilzeit-, Leih- und Kurzarbeit sowie anstelle von K&#252;ndigungen muss die vorhandene Arbeitsnachfrage auf alle Schultern der Belegschaft verteilt werden, bei vollem Lohnausgleich. Diese Forderung weist auf ein Kernelement der sozialistischen Gesellschaftsordnung hin: Das Wachstum der Wirtschaftskraft wird keine einzelnen au&#223;er Brot stellen, sondern die gesamte Gesellschaft zu gleichen Teilen zunehmend von Arbeit befreien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die konkrete Situation m&#252;ssen wir uns internationalistisch organisieren, uns die Lehren der revolution&#228;ren ArbeiterInnenbewegung wieder aneignen und in jedem Land ein Programm von &#204;bergangsforderungen f&#252;r die konkrete Situation vor Ort entwickeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jede Krise ist eine Chance. Lasst uns die Krise der herrschenden Klasse zu unserer Chance auf Selbstbestimmung und ein w&#252;rdiges Leben machen!&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_ps'&gt;&lt;p&gt;Fu&#223;noten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[1]. Zur Eurokrise siehe den Artikel auf S. 16 in dieser Ausgabe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[2]. Leo Trotzki: Das &#204;bergangsprogramm. Siehe die Neuauflage des &#204;bergangsprogramms vom &#8222;Trotzki-Archiv&#8220; auf S. 29 in dieser Ausgabe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[3]. Katja Kipping/Bernd Riexinger: Diskussionspapier zur Wahlkampfplanung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[4]. &lt;a href=&#034;http://umfairteilen.de/start/presse/presseinformationen/#c460&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;http://umfairteilen.de/start/presse/presseinformationen/#c460&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
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	</item>
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		<title>20 Jahre Pogrom in Rostock-Lichtenhagen</title>
		<link>https://estrategiainternacional.org/20-Jahre-Pogrom-in-Rostock-Lichtenhagen</link>
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		<dc:date>2012-09-03T11:07:06Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator> RIO | Revolution&#228;ren Internationalistischen Organisation, Deutschland , Markus Oliver</dc:creator>


		<dc:subject>Europa</dc:subject>
		<dc:subject>Pol&#237;tica</dc:subject>
		<dc:subject>An&#225;lisis</dc:subject>
		<dc:subject>Alemania</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Vor 20 Jahren &#252;berfielen hunderte Neonazis in Rostock-Lichtenhagen die Zentrale Aufnahmestelle f&#252;r AsylbewerberInnen und ein Wohnheim f&#252;r ehemalige vietnamesische VertragsarbeiterInnen&lt;/p&gt;

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		</description>


 <content:encoded>&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;span class='spip_document_3030 spip_documents'&gt;
&lt;img src='https://estrategiainternacional.org/local/cache-vignettes/L350xH260/20-Jahre-Lichtenhagena-f1364.jpg?1692591340' width='350' height='260' alt=&#034;&#034; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Von Markus Oliver&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor 20 Jahren &#252;berfielen hunderte Neonazis in Rostock-Lichtenhagen die Zentrale Aufnahmestelle f&#252;r AsylbewerberInnen und ein Wohnheim f&#252;r ehemalige vietnamesische VertragsarbeiterInnen. Fl&#252;chtlinge, ArbeiterInnen aus anderen l&#228;ndern oder mit sonstigen kulturellen und politischen Merkmalen au&#223;erhalb rechter Weltanschauungen wurden tagelang gewaltsam &#252;berfallen. Das Wohnheim der ehemaligen VertragsarbeiterInnen wurde in Brand gesteckt und von Neonazis gest&#252;rmt, w&#228;hrend sich ca. 100 der migrantischen ArbeiterInnen in dem Geb&#228;ude aufhielten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses rassistische Pogrom wurde von tausenden nebenstehenden AnwohnerInnen bejubelt, die die Feuerwehreins&#228;tze absichtlich blockierten. Der Polizeiapparat griff nur halbherzig ein und zog sich bald ganz zur&#252;ck. Wirklich griff er nur an anderer Stelle durch: Die zum Schutz der attackierten migrantischen Lohnabh&#228;ngigen angereisten AktivistInnen der damals bedeutsamen &#8222;Antifaschistischen Aktion/Bundesweite Organisation&#8220; (AA/BO) und anderer Gruppen wurden von den Bullen angegriffen und aufgehalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Artikel soll das Gedenken unterst&#252;tzen. Davon schlie&#223;en wir allerdings die Heuchelei der b&#252;rgerlichen Presse aus, die &#228;hnliche Pogrome aktuell mit ihrer Hetze gegen MuslimInnen und GriechInnen erneut vorbereitet. Exemplarisch daf&#252;r steht vor allem die Gedenkveranstaltung des Bundespr&#228;sidenten Gauck, der noch heute die Phrasen der damaligen &#8222;Wiedervereinigungs&#8220;-Propaganda drischt und h&#246;chst symbolisch die Opfer des Pogroms erst in letzter Minute einlud. Ebenso ist es uns mit diesem Artikel ein Anliegen, zu helfen, die Erfahrungen im Sinne zuk&#252;nftigen Antifaschismus aufzuheben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Imperialismus: Ursache der Fremdenfeindlichkeit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen ist kein Einzelfall. Allein zwischen 1989 und 1992 gab es wenigstens 1900 rechtsradikale Anschl&#228;ge. Damals war die Zeit der sogenannten &#8222;deutschen Wiedervereinigung&#8220;. Unter dieser nationalistischen Parole sicherte sich der deutsche Imperialismus sein St&#252;ck vom Kuchen des zusammenbrechenden Stalinismus. Dank Treuhand und co. verdiente die herrschende Klasse der Bundesrepublik gut am Zusammenbruch der DDR und dem darauf folgenden, rasanten Abfall der Lebens- und Arbeitsbedingungen der lohnabh&#228;ngigen Klasse der &#8222;neuen Bundesl&#228;nder&#8220;. Die Zukunft sollte laut herrschender Propaganda nun dem Kapitalismus geh&#246;ren. Dazu mussten die sich versch&#228;rfenden &#204;bel der als &#8222;Neoliberalismus&#8220; bekannten b&#252;rgerlichen Restauration (mit dem Zusammenbruch des Ostblock-Stalinismus als ihrem H&#246;hepunkt) jedoch ideologisch gedeckt werden: Der neue/alte S&#252;ndenbock hie&#223; &#8222;Asylproblem und Ausl&#228;nderfrage&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und das fand Anklang, nicht nur in der Mittelschicht, sondern auch in der lohnabh&#228;ngigen Klasse. Nach Jahrzehnten des Stalinismus und der b&#252;rgerlichen Restauration gab es keine revolution&#228;re Organisation der ArbeiterInnen und Jugend, die ein politisches Gegengewicht gegen die rechte Hetze der herrschenden Klasse und ihres Parlaments h&#228;tte bieten k&#246;nnen. Der Stalinismus hatte mit dem Einsatz und der von der restlichen DDR-Gesellschaft getrennten Unterbringung der VertragsarbeiterInnen, insbesondere aus Vietnam, selbst die ausgegrenzte Schicht produziert, die 1992 dann in den Asylbewerberheimen wohnten. Das Pogrom zeigt, dass es keine &#8222;automatische&#8220; Verbindung zwischen ArbeiterInnenklasse und Marxismus gibt. Die revolution&#228;re Organisation der lohnabh&#228;ngigen Bev&#246;lkerung muss im politischen Tageskampf geschaffen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Parlament: Keine &#8222;Stimme gegen Rechts&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Parlament bereitete Rostock-Lichtenhagen vor und nach. Nachdem sich ihre &#8222;Asyldebatte&#8220; in Pogrom-Form entladen hatte, &#228;nderten CDU/CSU mit Hilfe der damaligen &#8222;Opposition&#8220; SPD das Grundgesetz und schafften das Asylrecht faktisch ab. Dies unter kapital-treuer Mithilfe Oskar Lafontaines (Linkspartei), der damals Vorsitzender der SPD war. Es zeigte sich einmal mehr: Gesetze beruhen auf keinem &#8222;gesunden Menschenverstand&#8220;, der &#252;ber den Klassen st&#252;nde. Sie sind Werkzeuge des kapitalistischen Staatsapparats und stehen und fallen mit den Profitraten der herrschenden Klasse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kleinen Parteien und Organisationen wurden wie immer medial &#252;bert&#246;nt. Es gewannen nur die an Einfluss, die auf der rechten Welle des etablierten Parlaments mitschwommen: Das waren damals vor allem die rechtsradikalen Republikaner und die ebenso rechte DVU (Deutsche Volks Union). Entsprechend &#228;u&#223;erte sich der damalige bayerische Innenminister Edmund Stoiber (CSU) offen, dass die Hetze nicht den Rechtsradikalen &#252;berlassen werden d&#252;rfte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl das Parlament damit einmal mehr die B&#252;hne f&#252;r das Vor- und Nachspiel rassistischen Terrors geboten hatte, rufen einige antifaschistische Parolen bis heute zur &#8222;Stimme gegen Rechts&#8220; auf. Doch wie soll eine Unterst&#252;tzung f&#252;r SPD, Gr&#252;ne oder Linkspartei helfen, wenn doch gerade ihre unsoziale Politik den sozialen N&#228;hrboden f&#252;r rassistische und faschistische Ideologien bereitet?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir d&#252;rfen auch kein Vertrauen in Verbote rechtsradikaler Organisationen durch diesen Staatsapparat setzen, wie erst diese Woche wieder in verschiedenen Artikeln der linken Szene geschehen. Diese Verbote dienen im Endeffekt nur der repressiven Aufr&#252;stung des b&#252;rgerlichen Staats gegen links. Der VS hat im Fall des &#8222;Nationalsozialistischen Untergrunds&#8220; bewiesen, dass er schon daf&#252;r sorgen wird, dass Nazis weiterhin &#252;ber Wasser bleiben, w&#228;hrend die Konzernmedien stets die ideologischen Grundlagen warm halten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Polizei: Kein Freund, kein Helfer!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es kann nicht gesagt werden, dass die Polizei in Rostock-Lichtenhagen dem Pogrom tatenlos zugesehen h&#228;tte. Ganz im Gegenteil hat sie es sogar unterst&#252;tzt, indem sie die spontan zum Schutz der migrantischen Lohnabh&#228;ngigen angereisten Antifas angriff. Das ist keine Ausnahme. Der Polizeiapparat stellt das Gewaltmonopol des kapitalistischen Staatsapparats im Inland dar. Damit dient er &#8211; gleich dem gesamten b&#252;rgerlichen Staat &#8211; der herrschenden Klasse als Gesamtheit. Es sollte also niemanden verwundern, dass er das Pogrom ebenso auf seine Art unterst&#252;tzt hat, wie das Parlament es auf dessen Art vorantrieb und nachbereitete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Besonders im Gedenken an Rostock-Lichtenhagen ist es h&#246;chste Zeit, dass die letzten Parolen von einigen Linken, einen &#8222;Keil in die Polizei&#8220; zu treiben, verklingen und der Bullenapparat als Feind jeder revolution&#228;ren Politik wahrgenommen und aus dem Gewerkschaftsbund verjagt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Perspektive: Revolution&#228;rer Antifaschismus der lohnabh&#228;ngigen Bev&#246;lkerung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen wurde von faschistischen AktivistInnen durchgef&#252;hrt und von rassistischen AnwohnerInnen unterst&#252;tzt. Beide &#204;bel, Faschismus und Rassismus, sind Erscheinungen des kapitalistischen Systems. Denn beide Ideologien sind &#252;beraus funktional f&#252;r die Spaltung der ArbeiterInnenklasse. Diese Entsolidarisierung der ArbeiterInnen wird in einer kapitalistischen Gesellschaft immer wieder gesch&#252;rt, um den Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdr&#252;ckung zu Schw&#228;chen oder dem Vorzubeugen. Vor 20 Jahren zerbrachen die Illusionen innerhalb der Nachwendegesellschaft in den &#8222;goldenen Westen&#8220;. Die neue Situation in Ostdeutschland war von einer massiven Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit weiter Teile der Gesellschaft verbunden. Durch die rassistische Asyldebatte konnten die entstehenden Frustrationen aber, mit den bereitwillig hingenommenen &#8222;Nebenwirkungen&#8220;, im Sinne einer Stabilisierung des kapitalistischen Systems kanalisiert werden. Schlie&#223;lich h&#228;tten beispielsweise klassenk&#228;mpferische Streiks gegen Treuhand und co. die Profite ernstlich gef&#228;hrdet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Deshalb muss Antifaschismus revolution&#228;r sein. Daf&#252;r muss er die Klasse ansprechen, die das Potential zu seiner &#204;berwindung besitzt: die lohnabh&#228;ngige Bev&#246;lkerung. Deren Einbindung, nicht in irgendeiner Weise, sondern konkret als ArbeiterInnen, kann nicht nur heutige antifaschistische Aktionen st&#228;rken. So ben&#246;tigt es zum Beispiel statt hunderter AktivistInnen nur noch eines Bahnf&#252;hrers/einer Bahnf&#252;hrerin, um einen Naziaufmarsch samt Anreise der NeofaschistInnen zu blockieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die besondere Stellung der lohnabh&#228;ngigen Bev&#246;lkerung im Produktionsprozess erm&#246;glicht dar&#252;ber hinaus die Kontrolle von Produktion und Austausch (den Schl&#252;sselstellen der gesellschaftlichen Macht) und stellt damit direkt die Eigentumsverh&#228;ltnisse in Frage. Und gerade weil Lohnabh&#228;ngigkeit Menschen aller Religionen, Kulturen, sexuellen Ausrichtungen und Nationen auszeichnet, bietet sie das materielle Fundament f&#252;r wirklichen Internationalismus und Solidarit&#228;t. Diese Eigenschaften machen die revolution&#228;re Zerschlagung des Kapitalismus samt seines Staatsapparates und die Errichtung eines r&#228;tedemokratischen ArbeiterInnenstaates m&#246;glich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abschlie&#223;end ist noch einmal zu betonen, dass das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen gezeigt hat, dass es keine &#8222;automatische&#8220; Verbindung zwischen der lohnabh&#228;ngigen Klasse und revolution&#228;rem Marxismus gibt. Diese Verbindung muss von revolution&#228;ren AktivistInnen im t&#228;glichen, politischen Kampf erobert werden. Auch in der kritischen Auseinandersetzung mit dem Stalinismus. Daf&#252;r ben&#246;tigt es einer revolution&#228;ren, internationalistischen Organisation und eines Programms, dass es vermag, das Bewusstsein der lohnabh&#228;ngigen Bev&#246;lkerung in revolution&#228;re Richtung voranzutreiben. Wir halten das &#204;bergangsprogramm der historischen Vierten Internationale f&#252;r diese politische Grundlage1.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Gleiche Rechte f&#252;r Alle, unabh&#228;ngig von Herkunft, Geschlecht, Kultur oder Religion!&lt;br&gt;
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Kein Freund, kein Helfer &#8211; Verteidigung von Demos, Blockaden und Streiks selbst organisieren!&lt;br&gt;
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Kein Frieden mit diesem Staat und seinen Verbotsmechanismen &#8211; Naziorganisationen selber zerschlagen!&lt;br&gt;
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Faschismus und Kapitalismus den Boden entziehen: Enteignung der Betriebe unter ArbeiterInnenkontrolle!&lt;br&gt;
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; F&#252;r einen klassenk&#228;mpferischen und revolution&#228;ren Antifaschismus!
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Hoch die Internationale Solidarit&#228;t!&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>ArbeiterInnenkontrolle als Antwort auf die Krise</title>
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		<dc:creator> RIO | Revolution&#228;ren Internationalistischen Organisation, Deutschland , Markus Oliver</dc:creator>


		<dc:subject>An&#225;lisis</dc:subject>
		<dc:subject>Crisis capitalista mundial</dc:subject>
		<dc:subject>Grecia</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Die Folgen der Weltwirtschaftskrise bekommt die lohnabh&#228;ngige Bev&#246;lkerung Griechenlands in besonderem Ausma&#223; zu sp&#252;ren.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="https://estrategiainternacional.org/Articulos-en-aleman" rel="directory"&gt;Art&#237;culos en alem&#225;n&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://estrategiainternacional.org/Grecia" rel="tag"&gt;Grecia&lt;/a&gt;

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 <content:encoded>&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;span class='spip_document_2749 spip_documents'&gt;
&lt;img src='https://estrategiainternacional.org/local/cache-vignettes/L500xH213/xeria-43076_800x340-247fe.jpg?1701081389' width='500' height='213' alt=&#034;&#034; /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Von Markus Oliver&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;// Erste Erfahrungen mit Produktion unter ArbeiterInnenkontrolle in Griechenland //&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Folgen der Weltwirtschaftskrise bekommt die lohnabh&#228;ngige Bev&#246;lkerung Griechenlands in besonderem Ausma&#223; zu sp&#252;ren. Hunderttausende GriechInnen wurden in den letzten Jahren entlassen, und die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen liegt bei knapp 50%. Die Obdachlosigkeit steigt und Suppenk&#252;chen breiten sich im ganzen Land aus. Doch auch wenn viel von &#8222;Hilfe&#8220; und &#8222;Solidarit&#228;t&#8220; die Rede ist, bieten b&#252;rgerliche und reformistische PolitikerInnen keine Perspektive an, um aus diesem Elend wieder herauszukommen. Die Gewerkschaftsb&#252;rokratie ruft immer wieder zu eint&#228;gigen Generalstreiks auf, w&#228;hrend die parlamentarische Linke &#252;ber einen Ausstieg aus dem Euro diskutiert. Doch auch diese scheinbar radikalen l&#246;sungen bieten keinen Ausweg aus der Krise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Einschnitte, die der griechischen ArbeiterInnenklasse zugemutet werden, sind so gro&#223;, dass diese bald wirklich &#8222;nichts zu verlieren [hat], als ihre Ketten&#8220; (wie Marx es im Kommunistischen Manifest formulierte). Dagegen haben griechischen KapitalistInnen ihre Euro-Milliarden l&#228;ngst auf Schweizer Konten transferiert. Doch w&#228;hrend sich SoziologInnen hierzulande noch &#252;ber dessen blo&#223;e Existenz streiten, beweist das Proletariat eines Krankenhauses in der nordgriechischen Stadt Kilkis bereits das enorme Potential seiner Klasse: Anfang Februar wurde das Krankenhaus offiziell unter ArbeiterInnenkontrolle gestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Rahmen der starken sozialen Angriffe in Griechenland werden auch massive K&#252;rzungen im Gesundheitssystem durchgef&#252;hrt. Der k&#252;hne Schritt der Kilkiser Krankenhaus-ArbeiterInnen ist ein erster Ansatz einer proletarischen Antwort auf die kapitalistische Krise und gegen die b&#252;rgerlichen &#8222;l&#246;sungen&#8220;. Mit der Entscheidung, die Instandhaltung des Krankenhauses, die medizinische Versorgung der PatientInnen und damit die eigenen Arbeits- und Produktionsbedingungen unter die eigene Kontrolle zu nehmen, stellen die Besch&#228;ftigten die herrschenden Eigentumsverh&#228;ltnisse offen in Frage.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Kapitalismus sind Milliarden von Menschen zur Lohnarbeit gezwungen. Obwohl sie in Form gesamtgesellschaftlicher Arbeitsteilung alle materiellen Reicht&#252;mer selbst produzieren, sichert das Privateigentum an Produktionsmitteln einer schmalen Klasse von KapitalistInnen alle Verf&#252;gungsgewalt &#252;ber und fast allen Gewinn aus den erarbeiteten Waren. W&#228;hrend die Vorteile alle in privater Hand liegen, werden die Kosten jeder wirtschaftlichen Krise den Schultern der lohnabh&#228;ngigen Bev&#246;lkerung aufgeb&#252;rdet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Griechenland tritt dieses kapitalistische &#204;bel gegenw&#228;rtig in krassester Form ans Tageslicht. Darauf antworten die Kilkiser Besch&#228;ftigten nun mit ihrer Initiative der ArbeiterInnenkontrolle und einem k&#228;mpferischen Aufruf an die gesamte ArbeiterInnenklasse, es ihnen gleich zu tun[1]. Damit treffen sie auf offene Ohren. So auch bei den Besch&#228;ftigten der Tageszeitung Eleftherotypia, die sich seit Dezember im Streik befinden. Mit der Zuspitzung der Auseinandersetzung zwischen den &#252;ber 800 Besch&#228;ftigten und den Eigent&#252;merInnen einer der gr&#246;&#223;ten griechischen Tageszeitungen, entwickelte die Belegschaft regelm&#228;&#223;ige Streikversammlungen als h&#246;chstem Entscheidungsorgan der untereinander gleichberechtigten Reinigungskr&#228;fte, JournalistInnen und DruckerInnen. Bei diesen Versammlungen wird ein 15-K&#246;pfiger Rat mit festem und jederzeit widerrufbarem Mandat gew&#228;hlt, um die getroffenen Entscheidungen durchzusetzen. Die wohl Wichtigste unter diesen war die Herausgabe einer Streikzeitung unter eigener Regie zur finanziellen und politischen Unterst&#252;tzung der Streikenden. Die erste Ausgabe von &#8222;Die ArbeiterInnen (von Eleftherotypia)&#8220; verkaufte sich ohne Nutzung der unternehmenseigenen Werbestrukturen daf&#252;r aber dank Solidarit&#228;tsnetzwerken &#246;fter als jede andere Zeitung Griechenlands.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seitdem erblickte nicht nur eine zweite Ausgabe das Tageslicht, sondern auch Debatten &#252;ber die generelle Wiederaufnahme der Zeitungsproduktion unter ArbeiterInnenkontrolle. Dieses Vorgehen stand nicht etwa von vornherein fest, sondern f&#252;hrte innerhalb der Belegschaft zu intensiven Diskussionen, welche aber durch die extremen Erfahrungen der Krise und der Angriffe durch die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung einen immer radikaleren Verlauf nahmen. Diese beiden Beispiele zeigen in kleinen Ans&#228;tzen, wie die Produktionsmittel in Griechenland im Interesse der Bev&#246;lkerung eingesetzt werden k&#246;nnen &#8211; indem die Kontrolle der KapitalistInnen durch die demokratische Verwaltung der Besch&#228;ftigten ersetzt wird. ArbeiterInnenkontrolle kann auch bei partiellen Ma&#223;nahmen wie der Kontrolle &#252;ber die Arbeitsbedingungen oder der &#214;ffnung der Gesch&#228;ftsb&#252;cher beginnen, doch selbst diese partiellen Ma&#223;nahmen spitzen,die Frage zu, wer den gesamten Produktionsprozess kontrolliert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Perspektive f&#252;r ganz Europa&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um fr&#252;here Versuche der ArbeiterInnenkontrolle in Europa zu finden, muss man nicht erst bis zur Oktoberrevolution von 1917 zur&#252;ck gehen. Erst 2010 produzierten ArbeiterInnen einer Philips-Fabrik im franz&#246;sischen Dreux f&#252;r zehn Tage unter ArbeiterInnenkontrolle, bis die besitzenden KapitalistInnen und die franz&#246;sische Regierung ihren Widerstand brachen[2]. In der th&#252;ringischen Fahrradfabrik &#8222;Bike Systems&#8220; wurden 2007 am Ende eines Arbeitskampfes von 115 Tagen 1.800 knallrote &#8222;Strike Bikes&#8220; unter Selbstverwaltung hergestellt[3].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Griechenland besitzen die jetzigen Versuche der Erk&#228;mpfung von ArbeiterInnenkontrolle jedoch ein weitaus gr&#246;&#223;eres Potential. W&#228;hrend Massendemonstrationen die gro&#223;en Pl&#228;tze der griechischen St&#228;dte wiederholt lahmlegen, st&#228;rken immer wiederkehrende Streiks der griechischen ArbeiterInnenklasse ihren R&#252;cken. In dieser zugespitzten Situation, die am Ende von 30 Jahren b&#252;rgerlicher Restauration (&#8222;Neoliberalismus&#8220;) stehen, bedeutet die Perspektive der ArbeiterInnenkontrolle einen enormen Sprung vorw&#228;rts in der ideologischen Bewegung des Proletariats. Dieser Sprung kam vor allem durch den steigenden Druck zustande, dem die griechische ArbeiterInnenklasse nun seit mehreren Jahren der Krise ausgesetzt ist. Die Angst vor vollst&#228;ndiger Verelendung l&#228;sst auch radikale Ma&#223;nahmen als notwendig erscheinen. V&#246;llig zurecht, denn nur die Enteignung der Produktionsmittel unter ArbeiterInnenkontrolle kann die wachsende Misere in Griechenland noch aufhalten. Dies muss aber auch mit der Verstaatlichung des Bankwesens und des Au&#223;enhandels unter ArbeiterInnenkontrolle verbunden werden, also mit einer Perspektive der &#204;bernahme und Verwaltung der kompletten Wirtschaft durch die ProduzentInnen, mit einer Regierung der ArbeiterInnen an der Spitze.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach unserer Meinung m&#252;ssen revolution&#228;re AktivistInnen das enorme Potential der ArbeiterInnenkontrolle anerkennen und f&#252;r diese Ma&#223;nahme im Rahmen eines Programms von &#204;bergangsforderungen k&#228;mpfen. Als sympathisierende Sektion der Trotzkistischen Fraktion (FT-CI) verfolgen wir von RIO eine Politik, die wir als sowjetische Strategie[4] bezeichnen, die die Selbstorganisierung der ArbeiterInnen als bestes Mittel einer politischen Bewusstseinssteigerung in den Mittelpunkt stellt. In Zeiten wirtschaftlicher Krise beginnen selbst die elementarsten Forderungen der ArbeiterInnen in Griechenland und anderen Wirtschaftsr&#228;umen S&#252;deuropas an die Grenzen der kapitalistischen Eigentumsverh&#228;ltnisse zu sto&#223;en, wie es bereits der Revolution&#228;r Leo Trotzki im 1938 verfassten &#8222;&#204;bergangsprogramm&#8220; beschrieb, das eine Br&#252;cke zwischen den Tagesforderungen der ArbeiterInnenbewegung und dem Ziel der sozialistischen Weltrevolution herstellen soll. Die Besch&#228;ftigten von Kilkis haben bereits einen gro&#223;en Schritt getan, sollte jedoch eine so bedeutende Fabrik, wie Hellenic Steel &#8211; ein Stahlwerk, das sich seit sechs Monaten im Streik befindet &#8211; den Sprung zur Enteignung unter ArbeiterInnenkontrolle wagen, w&#228;re dies ein weit ausstrahlendes Symbol einer fortschrittlichen (und auch realistischen) Perspektive. Oder wie es ein Stahlarbeiter dieser Fabrik bei einer Solidarit&#228;tsveranstaltung in Berlin formulierte: &#8222;Macht ganz Europa zu einem griechischen Stahlwerk!&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nur der erste Schritt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein bereits fortgeschritteneres Beispiel f&#252;r proletarische Selbstverwaltung ist die inzwischen zu weltweiter Ber&#252;hmtheit gelangte Fabrik Zanon in Argentinien. Wie viele andere Fabriken wurde auch sie w&#228;hrend der revolution&#228;ren Tage der Wirtschaftskrise von 2001 besetzt. Durch die kontinuierliche Intervention der argentinischen PTS (Partei sozialistischer ArbeiterInnen, Schwesterorganisation von RIO), basierend auf dem &#204;bergangsprogramm, entwickelte sich der Arbeitskampf in der Keramikfabrik jedoch in besonderem Ma&#223;e weiter. So f&#252;hrte er &#252;ber symbolische, juristische und physische Auseinandersetzungen schlie&#223;lich zur Enteignung des Unternehmers durch die Belegschaft. Heute geh&#246;rt die Fabrik der GenossInnenschaft FaSinPat (&#8222;Fabrica Sin Patrones&#8220;, Fabrik Ohne UnternehmerInnen). Die Arbeitspl&#228;tze konnten inzwischen bei steigenden l&#246;hnen ausgeweitet werden. Das Einzige, was einen R&#252;ckgang erlebte, waren die Arbeitsunf&#228;lle[5].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch allein ist sie trotz ArbeiterInnenkontrolle auf lange Sicht verloren, denn sie ist keine &#8222;sozialistische Insel&#8220;, die sich den Zw&#228;ngen des Kapitalismus entziehen kann. Mit jedem neuen Einkauf von zu verarbeitenden Rohstoffen sp&#252;rt die Belegschaft die allgemeine Teuerung. Mit der Verarmung anderer verringert sich auch f&#252;r Zanon der Absatz. Fr&#252;her oder sp&#228;ter wird die kapitalistische Konkurrenz dazu f&#252;hren, dass auch den w&#246;chentlichen Hauptversammlungen der Belegschaft nichts anderes &#252;brig bleiben wird, als sich selbst demokratisch den Lohn zu k&#252;rzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ArbeiterInnenkontrolle kann also nur ein erster Schritt auf dem Weg zu neuen Eigentumsverh&#228;ltnissen sein. Die Gr&#252;ndung von Genossenschaften oder die Einrichtung partieller ArbeiterInnenkontrolle k&#246;nnen richtige und notwendige Schritte auf diesem Weg sein &#8211; aber sie d&#252;rfen keinesfalls stehen bleiben und riskieren, dass k&#228;mpferische Belegschaften sich wieder ins bestehende System integrieren lassen. Jede eroberte Fabrik und jeder besetzte Betrieb muss stattdessen als eine Bastion im internationalen Klassenkampf genutzt werden. Dieser Klassenkampf kann aber nicht durch eine rein quantitative Ausweitung von ArbeiterInnenkontrolle gewonnen werden. Die Wirtschaft wird nicht ohne direkte Konfrontation mit der Bourgeoisie &#252;bernommen werden k&#246;nnen. Keine herrschende Klasse hat ihre Macht jemals friedlich abgegeben. Selbst der hochverschuldete Adel zwang das reiche B&#252;rgertum zum blutigen Kampf. Als die ArbeiterInnenbewegung zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts zu revolution&#228;rer Reife gelangte, scheute die kapitalistische Reaktion nicht vor der Entfesselung des Faschismus zur&#252;ck, um jegliche Formen der ArbeiterInnendemokratie zu zerschlagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um der kapitalistischen Krise eine sozialistische Perspektive entgegen zu stellen, bedarf es einer Politik, die klassenk&#228;mpferische Erfahrungen, wie die der ArbeiterInnenkontrolle, in Richtung der revolution&#228;ren Eroberung der politischen Macht weiterentwickelt. Die Radikalisierung solcher Arbeitsk&#228;mpfe wird unweigerlich auf den geballten Widerstand des kapitalistischen Staates treffen. Deshalb ben&#246;tigt es einer politischen Perspektive, &#252;ber die sich Fabrikkomitees in besetzten Fabriken zu R&#228;ten weiterentwickeln k&#246;nnen, die untereinander vernetzt eine k&#228;mpferische Grundstruktur einer neuen Gesellschaftsordnung bilden k&#246;nnen: Einem r&#228;tedemokratischen ArbeiterInnenstaat, in dem die gesamte Wirtschaft unter die demokratische Kontrolle der heute lohnabh&#228;ngigen Bev&#246;lkerung gestellt wird. Diese Umgestaltung kann aber nicht in einem einzigen Land vollzogen werden, sondern nur als Teil der sozialistischen Weltrevolution, also der Enteignung des Kapitals auf weltweiter Ebene.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Solche Politik kann nur verwirklicht werden, wenn der organisierten und bewaffneten Reaktion eine ebenfalls organisierte Avantgarde der ArbeiterInnenklasse, bestehend aus den k&#228;mpferischsten und politisch bewusstesten Sektoren des Proletariats, entgegentritt. Diese Organisation muss sich in der Form einer wiederaufgebauten Vierten Internationale niederschlagen. Zu diesem Aufbau wollen wir von RIO als sympathisierender Sektion der Trotzkistischen Fraktion einen Beitrag leisten.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_ps'&gt;&lt;p&gt;[1]. ArbeiterInnenkontrolle in einem griechischen Krankenhaus&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[2]. Zehn Tage ArbeiterInnenkontrolle in Frankreich&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[3]. Kauft Strike Bikes!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[4]. &#8222;Sowjet&#8220; ist das russische Wort f&#252;r die demokratischen R&#228;testrukturen, die sich w&#228;hrend den revolution&#228;ren Prozessen von 1905 und 1917 im Kampf des Proletariats im zaristischen Russland herausbildeten. Eine sowjetische Strategie zielt auf Selbstorganisierung und den Aufbau von R&#228;testrukturen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[5]. Siehe die RIO-Brosch&#252;re: Zanon geh&#246;rt den ArbeiterInnen!&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
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	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>ArbeiterInnenkontrolle als Antwort auf die Krise</title>
		<link>https://estrategiainternacional.org/ArbeiterInnenkontrolle-als-Antwort-auf-die-Krise,5437</link>
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		<dc:date>2012-05-10T17:33:00Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator> RIO | Revolution&#228;ren Internationalistischen Organisation, Deutschland , Markus Oliver</dc:creator>


		<dc:subject>Europa</dc:subject>
		<dc:subject>An&#225;lisis</dc:subject>
		<dc:subject>Crisis capitalista mundial</dc:subject>
		<dc:subject>Grecia</dc:subject>

		<description>&lt;p&gt;Die Folgen der Weltwirtschaftskrise bekommt die lohnabh&#228;ngige Bev&#246;lkerung Griechenlands in besonderem Ausma&#223; zu sp&#252;ren.&lt;/p&gt;

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&lt;a href="https://estrategiainternacional.org/Articulos-en-aleman" rel="directory"&gt;Art&#237;culos en alem&#225;n&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://estrategiainternacional.org/Europa" rel="tag"&gt;Europa&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://estrategiainternacional.org/Analisis" rel="tag"&gt;An&#225;lisis&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://estrategiainternacional.org/Crisis-capitalista-mundial" rel="tag"&gt;Crisis capitalista mundial&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://estrategiainternacional.org/Grecia" rel="tag"&gt;Grecia&lt;/a&gt;

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 <content:encoded>&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;span class='spip_document_2741 spip_documents'&gt;
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&lt;p&gt;&lt;i&gt;von Markus Oliver&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Folgen der Weltwirtschaftskrise bekommt die lohnabh&#228;ngige Bev&#246;lkerung Griechenlands in besonderem Ausma&#223; zu sp&#252;ren. Hunderttausende GriechInnen wurden in den letzten Jahren entlassen, und die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen liegt bei knapp 50%. Die Obdachlosigkeit steigt und Suppenk&#252;chen breiten sich im ganzen Land aus. Doch auch wenn viel von &#8222;Hilfe&#8220; und &#8222;Solidarit&#228;t&#8220; die Rede ist, bieten b&#252;rgerliche und reformistische PolitikerInnen keine Perspektive an, um aus diesem Elend wieder herauszukommen. Die Gewerkschaftsb&#252;rokratie ruft immer wieder zu eint&#228;gigen Generalstreiks auf, w&#228;hrend die parlamentarische Linke &#252;ber einen Ausstieg aus dem Euro diskutiert. Doch auch diese scheinbar radikalen l&#246;sungen bieten keinen Ausweg aus der Krise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Einschnitte, die der griechischen ArbeiterInnenklasse zugemutet werden, sind so gro&#223;, dass diese bald wirklich &#8222;nichts zu verlieren [hat], als ihre Ketten&#8220; (wie Marx es im Kommunistischen Manifest formulierte). Dagegen haben griechischen KapitalistInnen ihre Euro-Milliarden l&#228;ngst auf Schweizer Konten transferiert. Doch w&#228;hrend sich SoziologInnen hierzulande noch &#252;ber dessen blo&#223;e Existenz streiten, beweist das Proletariat eines Krankenhauses in der nordgriechischen Stadt Kilkis bereits das enorme Potential seiner Klasse: Anfang Februar wurde das Krankenhaus offiziell unter ArbeiterInnenkontrolle gestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Rahmen der starken sozialen Angriffe in Griechenland werden auch massive K&#252;rzungen im Gesundheitssystem durchgef&#252;hrt. Der k&#252;hne Schritt der Kilkiser Krankenhaus-ArbeiterInnen ist ein erster Ansatz einer proletarischen Antwort auf die kapitalistische Krise und gegen die b&#252;rgerlichen &#8222;l&#246;sungen&#8220;. Mit der Entscheidung, die Instandhaltung des Krankenhauses, die medizinische Versorgung der PatientInnen und damit die eigenen Arbeits- und Produktionsbedingungen unter die eigene Kontrolle zu nehmen, stellen die Besch&#228;ftigten die herrschenden Eigentumsverh&#228;ltnisse offen in Frage.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Kapitalismus sind Milliarden von Menschen zur Lohnarbeit gezwungen. Obwohl sie in Form gesamtgesellschaftlicher Arbeitsteilung alle materiellen Reicht&#252;mer selbst produzieren, sichert das Privateigentum an Produktionsmitteln einer schmalen Klasse von KapitalistInnen alle Verf&#252;gungsgewalt &#252;ber und fast allen Gewinn aus den erarbeiteten Waren. W&#228;hrend die Vorteile alle in privater Hand liegen, werden die Kosten jeder wirtschaftlichen Krise den Schultern der lohnabh&#228;ngigen Bev&#246;lkerung aufgeb&#252;rdet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Griechenland tritt dieses kapitalistische &#204;bel gegenw&#228;rtig in krassester Form ans Tageslicht. Darauf antworten die Kilkiser Besch&#228;ftigten nun mit ihrer Initiative der ArbeiterInnenkontrolle und einem k&#228;mpferischen Aufruf an die gesamte ArbeiterInnenklasse, es ihnen gleich zu tun[1]. Damit treffen sie auf offene Ohren. So auch bei den Besch&#228;ftigten der Tageszeitung Eleftherotypia, die sich seit Dezember im Streik befinden. Mit der Zuspitzung der Auseinandersetzung zwischen den &#252;ber 800 Besch&#228;ftigten und den Eigent&#252;merInnen einer der gr&#246;&#223;ten griechischen Tageszeitungen, entwickelte die Belegschaft regelm&#228;&#223;ige Streikversammlungen als h&#246;chstem Entscheidungsorgan der untereinander gleichberechtigten Reinigungskr&#228;fte, JournalistInnen und DruckerInnen. Bei diesen Versammlungen wird ein 15-K&#246;pfiger Rat mit festem und jederzeit widerrufbarem Mandat gew&#228;hlt, um die getroffenen Entscheidungen durchzusetzen. Die wohl Wichtigste unter diesen war die Herausgabe einer Streikzeitung unter eigener Regie zur finanziellen und politischen Unterst&#252;tzung der Streikenden. Die erste Ausgabe von &#8222;Die ArbeiterInnen (von Eleftherotypia)&#8220; verkaufte sich ohne Nutzung der unternehmenseigenen Werbestrukturen daf&#252;r aber dank Solidarit&#228;tsnetzwerken &#246;fter als jede andere Zeitung Griechenlands.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seitdem erblickte nicht nur eine zweite Ausgabe das Tageslicht, sondern auch Debatten &#252;ber die generelle Wiederaufnahme der Zeitungsproduktion unter ArbeiterInnenkontrolle. Dieses Vorgehen stand nicht etwa von vornherein fest, sondern f&#252;hrte innerhalb der Belegschaft zu intensiven Diskussionen, welche aber durch die extremen Erfahrungen der Krise und der Angriffe durch die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung einen immer radikaleren Verlauf nahmen. Diese beiden Beispiele zeigen in kleinen Ans&#228;tzen, wie die Produktionsmittel in Griechenland im Interesse der Bev&#246;lkerung eingesetzt werden k&#246;nnen &#8211; indem die Kontrolle der KapitalistInnen durch die demokratische Verwaltung der Besch&#228;ftigten ersetzt wird. ArbeiterInnenkontrolle kann auch bei partiellen Ma&#223;nahmen wie der Kontrolle &#252;ber die Arbeitsbedingungen oder der &#214;ffnung der Gesch&#228;ftsb&#252;cher beginnen, doch selbst diese partiellen Ma&#223;nahmen spitzen,die Frage zu, wer den gesamten Produktionsprozess kontrolliert.&lt;br class='autobr' /&gt;
Eine Perspektive f&#252;r ganz Europa&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um fr&#252;here Versuche der ArbeiterInnenkontrolle in Europa zu finden, muss man nicht erst bis zur Oktoberrevolution von 1917 zur&#252;ck gehen. Erst 2010 produzierten ArbeiterInnen einer Philips-Fabrik im franz&#246;sischen Dreux f&#252;r zehn Tage unter ArbeiterInnenkontrolle, bis die besitzenden KapitalistInnen und die franz&#246;sische Regierung ihren Widerstand brachen[2]. In der th&#252;ringischen Fahrradfabrik &#8222;Bike Systems&#8220; wurden 2007 am Ende eines Arbeitskampfes von 115 Tagen 1.800 knallrote &#8222;Strike Bikes&#8220; unter Selbstverwaltung hergestellt[3].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Griechenland besitzen die jetzigen Versuche der Erk&#228;mpfung von ArbeiterInnenkontrolle jedoch ein weitaus gr&#246;&#223;eres Potential. W&#228;hrend Massendemonstrationen die gro&#223;en Pl&#228;tze der griechischen St&#228;dte wiederholt lahmlegen, st&#228;rken immer wiederkehrende Streiks der griechischen ArbeiterInnenklasse ihren R&#252;cken. In dieser zugespitzten Situation, die am Ende von 30 Jahren b&#252;rgerlicher Restauration (&#8222;Neoliberalismus&#8220;) stehen, bedeutet die Perspektive der ArbeiterInnenkontrolle einen enormen Sprung vorw&#228;rts in der ideologischen Bewegung des Proletariats. Dieser Sprung kam vor allem durch den steigenden Druck zustande, dem die griechische ArbeiterInnenklasse nun seit mehreren Jahren der Krise ausgesetzt ist. Die Angst vor vollst&#228;ndiger Verelendung l&#228;sst auch radikale Ma&#223;nahmen als notwendig erscheinen. V&#246;llig zurecht, denn nur die Enteignung der Produktionsmittel unter ArbeiterInnenkontrolle kann die wachsende Misere in Griechenland noch aufhalten. Dies muss aber auch mit der Verstaatlichung des Bankwesens und des Au&#223;enhandels unter ArbeiterInnenkontrolle verbunden werden, also mit einer Perspektive der &#204;bernahme und Verwaltung der kompletten Wirtschaft durch die ProduzentInnen, mit einer Regierung der ArbeiterInnen an der Spitze.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach unserer Meinung m&#252;ssen revolution&#228;re AktivistInnen das enorme Potential der ArbeiterInnenkontrolle anerkennen und f&#252;r diese Ma&#223;nahme im Rahmen eines Programms von &#204;bergangsforderungen k&#228;mpfen. Als sympathisierende Sektion der Trotzkistischen Fraktion (FT-CI) verfolgen wir von RIO eine Politik, die wir als sowjetische Strategie[4] bezeichnen, die die Selbstorganisierung der ArbeiterInnen als bestes Mittel einer politischen Bewusstseinssteigerung in den Mittelpunkt stellt. In Zeiten wirtschaftlicher Krise beginnen selbst die elementarsten Forderungen der ArbeiterInnen in Griechenland und anderen Wirtschaftsr&#228;umen S&#252;deuropas an die Grenzen der kapitalistischen Eigentumsverh&#228;ltnisse zu sto&#223;en, wie es bereits der Revolution&#228;r Leo Trotzki im 1938 verfassten &#8222;&#204;bergangsprogramm&#8220; beschrieb, das eine Br&#252;cke zwischen den Tagesforderungen der ArbeiterInnenbewegung und dem Ziel der sozialistischen Weltrevolution herstellen soll. Die Besch&#228;ftigten von Kilkis haben bereits einen gro&#223;en Schritt getan, sollte jedoch eine so bedeutende Fabrik, wie Hellenic Steel &#8211; ein Stahlwerk, das sich seit sechs Monaten im Streik befindet &#8211; den Sprung zur Enteignung unter ArbeiterInnenkontrolle wagen, w&#228;re dies ein weit ausstrahlendes Symbol einer fortschrittlichen (und auch realistischen) Perspektive. Oder wie es ein Stahlarbeiter dieser Fabrik bei einer Solidarit&#228;tsveranstaltung in Berlin formulierte: &#8222;Macht ganz Europa zu einem griechischen Stahlwerk!&#8220;&lt;br class='autobr' /&gt;
Nur der erste Schritt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein bereits fortgeschritteneres Beispiel f&#252;r proletarische Selbstverwaltung ist die inzwischen zu weltweiter Ber&#252;hmtheit gelangte Fabrik Zanon in Argentinien. Wie viele andere Fabriken wurde auch sie w&#228;hrend der revolution&#228;ren Tage der Wirtschaftskrise von 2001 besetzt. Durch die kontinuierliche Intervention der argentinischen PTS (Partei sozialistischer ArbeiterInnen, Schwesterorganisation von RIO), basierend auf dem &#204;bergangsprogramm, entwickelte sich der Arbeitskampf in der Keramikfabrik jedoch in besonderem Ma&#223;e weiter. So f&#252;hrte er &#252;ber symbolische, juristische und physische Auseinandersetzungen schlie&#223;lich zur Enteignung des Unternehmers durch die Belegschaft. Heute geh&#246;rt die Fabrik der GenossInnenschaft FaSinPat (&#8222;Fabrica Sin Patrones&#8220;, Fabrik Ohne UnternehmerInnen). Die Arbeitspl&#228;tze konnten inzwischen bei steigenden l&#246;hnen ausgeweitet werden. Das Einzige, was einen R&#252;ckgang erlebte, waren die Arbeitsunf&#228;lle[5].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch allein ist sie trotz ArbeiterInnenkontrolle auf lange Sicht verloren, denn sie ist keine &#8222;sozialistische Insel&#8220;, die sich den Zw&#228;ngen des Kapitalismus entziehen kann. Mit jedem neuen Einkauf von zu verarbeitenden Rohstoffen sp&#252;rt die Belegschaft die allgemeine Teuerung. Mit der Verarmung anderer verringert sich auch f&#252;r Zanon der Absatz. Fr&#252;her oder sp&#228;ter wird die kapitalistische Konkurrenz dazu f&#252;hren, dass auch den w&#246;chentlichen Hauptversammlungen der Belegschaft nichts anderes &#252;brig bleiben wird, als sich selbst demokratisch den Lohn zu k&#252;rzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ArbeiterInnenkontrolle kann also nur ein erster Schritt auf dem Weg zu neuen Eigentumsverh&#228;ltnissen sein. Die Gr&#252;ndung von Genossenschaften oder die Einrichtung partieller ArbeiterInnenkontrolle k&#246;nnen richtige und notwendige Schritte auf diesem Weg sein &#8211; aber sie d&#252;rfen keinesfalls stehen bleiben und riskieren, dass k&#228;mpferische Belegschaften sich wieder ins bestehende System integrieren lassen. Jede eroberte Fabrik und jeder besetzte Betrieb muss stattdessen als eine Bastion im internationalen Klassenkampf genutzt werden. Dieser Klassenkampf kann aber nicht durch eine rein quantitative Ausweitung von ArbeiterInnenkontrolle gewonnen werden. Die Wirtschaft wird nicht ohne direkte Konfrontation mit der Bourgeoisie &#252;bernommen werden k&#246;nnen. Keine herrschende Klasse hat ihre Macht jemals friedlich abgegeben. Selbst der hochverschuldete Adel zwang das reiche B&#252;rgertum zum blutigen Kampf. Als die ArbeiterInnenbewegung zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts zu revolution&#228;rer Reife gelangte, scheute die kapitalistische Reaktion nicht vor der Entfesselung des Faschismus zur&#252;ck, um jegliche Formen der ArbeiterInnendemokratie zu zerschlagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um der kapitalistischen Krise eine sozialistische Perspektive entgegen zu stellen, bedarf es einer Politik, die klassenk&#228;mpferische Erfahrungen, wie die der ArbeiterInnenkontrolle, in Richtung der revolution&#228;ren Eroberung der politischen Macht weiterentwickelt. Die Radikalisierung solcher Arbeitsk&#228;mpfe wird unweigerlich auf den geballten Widerstand des kapitalistischen Staates treffen. Deshalb ben&#246;tigt es einer politischen Perspektive, &#252;ber die sich Fabrikkomitees in besetzten Fabriken zu R&#228;ten weiterentwickeln k&#246;nnen, die untereinander vernetzt eine k&#228;mpferische Grundstruktur einer neuen Gesellschaftsordnung bilden k&#246;nnen: Einem r&#228;tedemokratischen ArbeiterInnenstaat, in dem die gesamte Wirtschaft unter die demokratische Kontrolle der heute lohnabh&#228;ngigen Bev&#246;lkerung gestellt wird. Diese Umgestaltung kann aber nicht in einem einzigen Land vollzogen werden, sondern nur als Teil der sozialistischen Weltrevolution, also der Enteignung des Kapitals auf weltweiter Ebene.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Solche Politik kann nur verwirklicht werden, wenn der organisierten und bewaffneten Reaktion eine ebenfalls organisierte Avantgarde der ArbeiterInnenklasse, bestehend aus den k&#228;mpferischsten und politisch bewusstesten Sektoren des Proletariats, entgegentritt. Diese Organisation muss sich in der Form einer wiederaufgebauten Vierten Internationale niederschlagen. Zu diesem Aufbau wollen wir von RIO als sympathisierender Sektion der Trotzkistischen Fraktion einen Beitrag leisten.&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;div class='rss_ps'&gt;&lt;p&gt;[1]. ArbeiterInnenkontrolle in einem griechischen Krankenhaus&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[2]. Zehn Tage ArbeiterInnenkontrolle in Frankreich&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[3]. Kauft Strike Bikes!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[4]. &#8222;Sowjet&#8220; ist das russische Wort f&#252;r die demokratischen R&#228;testrukturen, die sich w&#228;hrend den revolution&#228;ren Prozessen von 1905 und 1917 im Kampf des Proletariats im zaristischen Russland herausbildeten. Eine sowjetische Strategie zielt auf Selbstorganisierung und den Aufbau von R&#228;testrukturen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;[5]. Siehe die RIO-Brosch&#252;re: Zanon geh&#246;rt den ArbeiterInnen!&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
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